Bauanleitungen zu Metall, Holz, Leder und anderen Rohstoffen:

Hier findet Ihr gute und erprobte Anleitungen zum Bau von eigener Ausrüstung, Bewaffnung und Gewandung.

Wer gute Anleitungen hier einstellen möchte, der sende mir bitte eine Email, mit Text, Bildern und möglichst auch mit einigen Hintergrund-Info`s zum Autor.

Wie fertigt man sein eigenes Kettenhemd

Material:

Ca 15- 20 Kg geglühter Baustahldraht, mit einer Dicke von ideal 1,8 mm (Gibt es billig in Baumärkten)

1 selbstgebautes Ringdreh-Gerät. (Besteht aus zwei kleinen Schraubstöcken, zwei Metallstücken mit Bohrung für die Windenstange, und einer Stahlstange mit ca 8-10 mm Durchmesser, die ca 8 cm von links eine Bohrung für den Draht-Anfang hat, und ein Ende (links) mit vierkantiger Abfeilung, damit man einen Schraubenschlüssel als Kurbel aufstecken kann)

1 Kneifzange

2 Stück Kombizangen (mittelgross)

Herstellungszeit ca 1 Monat! (ca. 200 Arbeitsstunden, wenns gut werden soll)



Bild 1: Zuerst dreht man sich aus dem Baustahldraht Unmengen an Spiralen. Die Länge ist dabei egal, sie hängt von der Breite der selbstgebauten Ring-Winde ab. Ich habe meine Winde mit einer Breite zwischen max. 35 bis 45 cm gebaut, damit sie stabil genug ist. Man muss mit unheimlich viel Kraft arbeiten, damit die Ringe schön gleichmässig werden.



Bild 2: Hier sieht man nochmal im Detail, wie mit der linken Hand die Winde gedreht wird, mit der rechten Hand der Draht straff gehalten wird, und wie sich dabei eine Spiral aus Draht aufwickelt. Meine Windestange hatte einen Durchmesser von 8 mm, was dann dem Innendurchmesser der fertigen Ringe entspricht.



Bild 3: Hier sieht man, wie ich mit der Kneifzange jeden Ring einzeln von der Spirale abkneife. Wichtig dabei ist, dass man immer direkt am Ende abkneift, damit die Ringe exakt den gleichen Durchmesser behalten.



Bild 4: Nachdem die abgekniffenen Ringe, die ja fast geschlossen sind erstmal ordentlich in einem alten Tuch gerubbelt wurden (ich empfehle alten Jeans-Stoff), um sie zu entrosten, werden alle Ringe einzeln leicht aufgebogen.



Bild 5: Danach werden die Ringe in das Kettengeflecht des Hemdes eingebaut. Sogfältig zusammengebogen und zu dem vollständigen Hemd geknüpft. (4 in 1 Muster) Ich reibe das fertige Hemd dann immer noch ordentlich und recht lange mit Stoff ab, so geht aller Rost runter und die dunkelblaue bis schwarze geglühte Oberfläche kommt wunderbar zum Vorschein.




Hier ein fertiges Wikinger-Kettenhemd mit kurzen Ärmeln (T-Shirt-Schnitt) und Zotteln am unteren Saum. In diesem Kettenhemd stecken ca 18.000 Ringe, Arbeitszeit ca ein Monat, wenn man jeden Tag ca 6-8 Stunden daran arbeitet. Gewicht ca 16-18 Kg!
Diese Hemden sind sehr stabil, rosten authentisch und kosten ca 15-20 Euro Material! Ist zwar eine echt üble Sauarbeit, aber ich bin der Meinung, dass jeder Kämpfer sein Hemd komplett selber machen sollte. Es stärkt die Hand- und Arm-Muskulatur, und man lernt Geduld und Ausdauer.



Bauanleitung für ein Mittelalterliches Befiederungsgerät


Material:
Ein paar stärkere Leisten ( ich habe sehr alte Eiche dazu genommen )Die maße sind nicht so wichtig das Gerät muß später nur lang genug sein um auch 12" Federn zu kleben.
1 Eschenholz Leiste ca. 5 mm stark und ca.30 mm breit (gibts im Baumarkt für 1 €)
1 stück Esche ca.50 x 20 x 20 mm
1 Streifen Leder ca. 20 mm x 180 mm
Leim oder UHU sofortfest oder endfest 300
Leinöl

Bauzeit:
Wenn man alle Materialien vor Ort hat so wie ich, ca. 4 Stunden

Kosten:
Da ich mir nur eine Eschenholzleiste kaufen musste und alles andere hatte, selbst die Eiche habe ich aus einem uraltem Brett mit Würmern geschnitten sagenhafte 1,00 € Kleber und Öl zähle ich nicht weil es sehr kleine Mengen sind.

Verarbeitung:



Bild 1; Als erstes zeichnet man sich auf einem Holzklotz die Umrisse einer Bulletspitze auf und raspelt oder sägt den umriss aus. Das wird die Klammer für den Pfeil.



Bild 2; Nun sägt man diesen Klotz in zwei hälften und erhält so zwei identische Klammern.




Bild 3; Aus einer dickeren Leiste säge ich mir zwei dünnere um Später beide Klammern zu verbinden.



Bild 4; Nun brauchen wir noch einen etwas größeren Klotz für die Aufnahme des Nocks. Er sollte genauso breit aber ca. 30 mm höher sein als eine Klammer.
In diesen Klotz bohren wir dann ein Loch in das der Nock rein gesteckt werden kann. Für 11/32 ein 9 mm großes Loch und ca.6-8 mm tief. Das muss so angebracht sein das Später der Schaft gut und fest in der Klammer zu liegen kommt und genau in das Loch passt.



Bild 5; die div. Einzelteile können nun grob übergeschliffen werden. Die dritte Leiste wird später die Auflage für die Federn.





Bild 6+7; Nun können die Einzelteile passgenau zusammengeleimt werden.



Bild 8; Wenn alles trocken ist kommt der feinere Schliff aber nicht zu gut meinen das Befiederungsgerät ist schließlich schon mehrere 100 Jahre alt und sieht nicht mehr so glatt aus :-)))



Bild 9; Jetzt muss noch eine Leiste zwischen die beiden Klammern geleimt werden und zwar so dicht am Pfeil und in einem Winkel von 120°.Das braucht man um einen Pfeil sauber dreifach befiedern zu können. Wenn man eine Feder geklebt hat, braucht man den Schaft nur soweit drehen das die Feder genau auf der Leiste aufliegt.





Bild 10+11; Aus der Eschenholzleiste schneiden wir uns nun zwei gleichlange Stücke beide sollten etwas über das Befiederungsgerät heraus stehen. Eine Kannte von den Leisten schleifen wir wie ein Messer an so das beide Leisten zusammen konisch zulaufen.



Bild 12; an beiden Enden schleifen wir nun ca. 1-2 mm von der Leiste ab damit wir die Klammer bis direkt auf den Pfeil aufsetzen können.



Bild 13; Nun machen wir aus unserem Lederstreifen 2 Ösen um die beiden Leisten zusammen zu halten und in die Klammer einklemmen zu können. Es ist besser wenn das Leder in sehr Warmen Wasser eingeweicht wird, es wird dann später etwas härter. Das Leder nicht zu locker zusammen nähen da es sich noch ein wenig dehnt.



Bild 14; Aus dem stück Esche machen wir uns jetzt noch eine zusätzliche Klammer um später die Federn noch besser zu fixieren. Einfach eine Kerbe in das Stück einarbeiten so das es stramm über die Befiederungsklammer passt.



Bild 15; ein nagelneues Befiederungsgerät aus Eiche.



Bild 16; ein sehr altes Befiederungsgerät (das neue einfach richtig gut und nicht sparsam mit Leinöl einreiben, ganz wichtig ist dabei die Klammer und die sollte man immer wieder mal mit Leinöl behandeln, damit eventuelle Kleberreste nicht daran haften bleiben)



Fertig ist euer neues, altes Befiederungsgerät was zudem auch noch hervorragend funktioniert.

Es grüß wie immer alle Traditionellen und Mittelalterlichen Bürger und Schützen

Herzlichen Dank an Henning Schrader, für diese gute Bauanleitung!

(Wikingerschmied)